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Branchen-Insights | Lesedauer: ca. 2 Min.
27.05.2018

Schwäbischer Monolith – eine Bauweise voller Spannung.

(Rolf Mauer) E20 heißt das markante, monolithisch aus Dämmbeton gebaute Wohnhaus von Steimle Architekten im schwäbischen Pliezhausen. Außen betont die horizontale Brettschalung die skulpturale Wirkung des preisgekrönten Bauwerks, während im Innenraum glatte Sichtbetonflächen zur zurückhaltend möblierten Atmosphäre beitragen.

Wohngebäude in monolithischer Bauweise, Ansicht seiner großflächigen Terrasse und Fensterfront mit Blick ins Innere.

Das konventionelle Satteldach und das sanft ansteigende Grundstück unterstützen die kantig-skulpturale Wirkung des Wohnhauses, erklärt Thomas Steimle vom Architekturbüro Steimle Architekten. Alle Räume des Wohnhauses korrespondieren mit seiner kristallinen Form und bieten vielfältige neue Raumbezüge mit besonderer Prägung, führt der Architekt aus.

Wohngebäude in monolithischer Bauweise aus Beton mit metallener Eingangsfront.Das monolithische Haus zeigt sich von der Zufahrtsseite aus auf den ersten Blick wenig einladend. Die ablesbare, horizontale Schalung der Fassade zeigt die handwerkliche Qualität des Betonbaus.

Die Fassade wurde, wie auch die Decke des Untergeschosses, monolithisch aus rund 120 Kubikmetern Liapor-Leichtbeton in Sichtbetonqualität errichtet. Verwendet wurde ein Leichtbeton vom Typ LC12/13 der Rohdichteklasse 1.2. Er besteht unter anderem aus einer Blähtonkörnung F3,5, Sand K 0-4 mm, Zement CEM III/B, Flugasche und Fließmittel. Die Betonrezeptur wurde in enger Abstimmung mit dem Unternehmen Liapor erstellt.

In Vorbereitung der Betonarbeiten wurden jede Menge Probewürfel und Musterwände gefertigt, um sowohl für die Fassadenfläche als auch für die Innenwände die jeweils beste Qualität zu erreichen. Die Sichtbetonflächen der 50 Zentimeter dicken Außenwände wurden mittels einer horizontalen, sägerauen Brettholzschalung realisiert.

Die entsprechenden Sichtbetonflächen passen mit dem sich deutlich abzeichnenden Schalbild zum stark materialbetonten, archaischen Charakter des Hauses. Sie unterstreichen die Geschlossenheit des Wohnhauses zur Straße hin und setzen die tief in den Gebäudekorpus eingeschnittene Eingangsöffnung betont in Szene.

Innenansicht eines modernen Wohngebäudes, durchflutet mit Tageslicht, im Hintergrund Fensterfront.Im Inneren dominieren unverfälschter Sichtbeton und weiße Putzflächen das zurückhaltend möblierte Gebäude.Im Inneren des Hauses wurde der Sichtbeton mit glatten, quaderförmigen Schaltafeln eben und homogen gegossen. Stöße und Spannlöcher bleiben sichtbar. Wer genau hinsieht, kann auch die betontypischen Lunker in Form kleiner Lufteinschlüsse ausmachen. Laut dem Architekten gefiel die so strukturierte Oberfläche der Bauherrschaft und wurde daher nicht nachträglich verspachtelt.

Im Kontrast dazu stehen die gemauerten Innenwände mit ihrem weißen Gipsputz. Zusammen mit den Dielenböden, Wandverkleidungen und Einbaumöbeln aus hellem Eichenholz ergibt sich ein ungewöhnliches, wohnliches Ambiente.

Aufgrund des trapezförmigen, sechseckigen Grundrisses finden sich im ganzen Haus Bereiche mit unterschiedlichen Volumina. Enge und Weite, Offenheit und Geschlossenheit treten so immer wieder aufs Neue in ein kontrastreiches, individuelles Wechselspiel.

Alle Bilder auf dieser Seite: © Brigida Gonzalez

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