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Branchen-Insights | Lesedauer: ca. 6 Min.
16.12.2019

Kompakte Lüftungsanlagen für Neubau und Sanierung

(Rolf Mauer) Lüftungsanlagen haben viele Vorteile und nur wenige Nachteile. Mechanische Lüftungsanlagen entfernen die gebrauchte und mit Gerüchen und Feuchtigkeit belastete Luft und tauschen diese meist permanent gegen Frischluft aus. Ist die Lüftungsanlage mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet, kann man nicht energiesparender lüften.

Zubehör für Lüftung

Vorteile von Lüftungsanlagen

In gut belüfteten Räumen ist eine Schimmelbildung so gut wie ausgeschlossen. Allergiker schwören auf die pollenfreie und staubarme Atmosphäre im Haus. Gerüche aus der Küche oder vom rauchenden Lebenspartner werden umgehend und permanent gegen frische Außenluft getauscht. Aber Lüftungsanlagen haben bei einigen Bauherren Akzeptanzprobleme. Vielen Menschen ist nicht klar, warum Lüftungsanlagen notwendig sind und die händisch geregelte Fensterlüftung in neuen oder sanierten Häusern nicht mehr ausreicht: bei einem Vier-Personen-Haushalt werden pro Tag ca. 12 Liter Wasser als Feuchtigkeit über die Luft abgegeben. Diese nicht geringe Wassermenge muss jeden Tag weitgehend zügig entfernt werden. Generell sollte in Wohnräumen die Luftfeuchte zwischen 40 - 60 % liegen. Werte darunter oder auch darüber gelten als ungesund und beeinträchtigen die Bausubstanz durch zu viel oder zu wenig Luftfeuchte.

Nachteile von Lüftungsanlagen

Ja, Lüftungsanlagen haben auch Nachteile. Sie verbrauchen elektrische Energie, ebenso wie Kühlschrank und Tiefkühltruhe und sind zudem nicht wartungsfrei. In jeder handelsüblichen Lüftungsanlage steckt ein Filter, der in regelmäßigen Abständen ausgetauscht werden muss. Zusätzlich schlagen die Investitionskosten einer Lüftungsanlage zu Buche. Im Winter kann die Raumluft bedingt durch den permanenten Luftaustausch auch zu trocken werden. In dieser Zeit sollte man eine ergänzende Luftbefeuchtung einsetzen, wenn die Lüftungsanlage nicht selbst für eine Feuchterückgewinnung sorgt.

Welche Lüftungsanlage ist die Richtige?

Wir haben uns vier verschiedene Systeme angesehen, die jeweils unterschiedliche Vorteile bieten und in der Montageart variieren. Mittlerweile ist auf dem Markt der Wohnungslüftungsanlagen eine sehr große Gerätevielfalt feststellbar. Eine kleine Auswahl wollen wir Ihnen hier vorstellen:

Lüftungsgerät LogaventDas Lüftungsgerät Logavent HRV156 K von Buderus eignet sich als zentrale Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung für
Wohneinheiten mit bis zu 90 Quadratmeter Fläche. Foto: Buderus
Buderus Logavent HRV156 K

Buderus hat mit dem Logavent HRV156 K ein kompaktes zentrales Wohnungslüftungsgerät auf den Markt gebracht, das sich als zentrale Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung für Wohneinheiten mit bis zu 90 Quadratmetern Wohnfläche eignet. Das Gerät wird an einem zentralen Ort in der Wohnung montiert und ist standardmäßig mit einem Feuchtesensor zur Bedarfslüftung ausgestattet. Die Anlage muss also nicht permanent laufen. Weitere Gerätevarianten des Herstellers sind mit temperaturgesteuertem Sommer-BypassodermitzusätzlichemCO2-Sensorverbaut. Der Sommer-Bypass umgeht die Wärmerückgewinnung, die in der warmen Jahreszeit nicht notwendig ist. Laut Hersteller arbeitet die Lüftungsanlage mit einem hohen Wärmebereitstellungsgrad (Rückgewinnungsgrad, DIBt) von 93 Prozent und einem sehr geringen Energieverbrauch bis hin zur Energieeffizienzklasse A+. Gesteuert wird der Logavent HRV156 K entweder klassisch mit einer Bedieneinheit oder bei Bedarf auch über eine App.

Zehnder Enthalpie TauscherBild: Zehnder Group Deutschland GmbH, Lahr.Zehnder Lüftungsanlage mit Enthalpie Tauscher

Zehnder hat in diesem Jahr eine Lüftungsanlage mit Enthalpie Tauscher auf den Markt gebracht. Dieses Gerät verhindert zu trockene Raumluft im Winter ebenso wie zu feuchte Raumluft im Sommer und bietet damit das ganze Jahr über beste Luftqualität dank eingebauter Wärme- und zusätzlicher Feuchterückgewinnung. Der Zehnder Enthalpie Tauscher mit seiner Polymer-Membran ermöglicht die Nutzung der in der Abluft enthaltenen Energie. Die Membran funktioniert als Trennschicht der Luftströme und ermöglicht die Übertragung von Wasserdampf und Wärme. Mithilfe des Enthalpie Tauschers können laut Herstellerangaben bis zu 86 Prozent der Wärme und bis zu 73 Prozent der Feuchtigkeit aus der verbrauchten Luft zurückgewonnen werden. Wer bereits eine Lüftungsanlage des Herstellers besitzt hat Vorteile: Lüftungsgeräte, die über einen Standard-Wärmetauscher von Zehnder verfügen, können ohne weiteres mit einem Zehnder Enthalpie Tauscher nachgerüstet werden.

bluMartin freeAir-Lüftungssystem

Einen einfallsreichen Weg geht der Anbieter bluMartin mit seinem Lüftungssystem freeAir. Der Einbau des freeAir-Lüftungssystems gestaltet sich einfach: In der Rohbau- oder Sanierungsphase wird zunächst nur ein Mauerkasten in die Wand eingesetzt und elektrisch angeschlossen. Nach Abschluss der Bauarbeiten und der Montage der Außenhaube wird das Lüftungsgerät freeAir 100 einfach in den erwähnten Mauerkasten geschoben. Eine kaskadierte Luftführung sorgt für die Verteilung der frischen Luft vom freeAir 100 zu den Ablufträumen. Zusätzliche Räume werden über den aktiven Überströmer freeAir plus an die Wohnraumlüftung angebunden. Der Überströmer sorgt dafür, dass zwischen den Räumen keine weiteren Lüftungskanäle verlegt werden müssen. Die Zuluft wird also über den Mauerkasten geholt und durch die gesamte Wohnung geleitet, um in der Küche oder Bad abgesaugt zu werden. Weitere Zuluft Leitungen werden nicht benötigt.

freeAir-LüftungssystemDie robusten Rohbau-Komponenten des freeAir-Lüftungssystems von bluMartin vereinfacht die Installation. Bild: bluMartin GmbHGrundriss und LuftströmeDie Wohnungsdarstellung zeigt mit wie wenig Technik die Lüftungsanlage auskommt. Der Überströmer ist nicht mehr als eine unscheinbare Überströmöffnungen zwischen den Zimmerwänden. Bild: bluMartin GmbH

Vitovent 100-D

Wohnungslüftungssystem VitoventDas dezentrale Wohnungslüftungssystem Vitovent 100-D von Viessmann sorgt sowohl in Neubauten als auch in Bestandsgebäuden für
frische Raumluft.
Das als Hersteller von Heizungsanlagen bekannte Unternehmen Viessmann stellt mittlerweile ebenfalls Lüftungsanlagen her um die Marktnachfrage zu bedienen. Die hier vorgestellte dezentrale Lösung, benötigt ebenfalls keine Lüftungskanäle und eignet sich sowohl für Neubau als auch für die Sanierung von Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser. Allerdings werden gleich zwei der Geräte pro Wohneinheit benötigt. Sie arbeiten nämlich im Wechselbetrieb: während ein Gerät verbrauchte Luft nach draußen transportiert, bläst das andere Frischluft in den Raum. Der Luftdurchlass für die Lüftungsanlage Vitovent 100-D wird kaum sichtbar in die Fensterlaibung integriert und wirkt schalldämmend. Für die Montage ist lediglich eine Kernbohrung von 162 Millimeter notwendig. Laut Anbieter hält die integrierte Wärmerückgewinnung bis zu 91 Prozent der Wärme aus der Abluft zurück und überträgt sie auf die frische Zuluft. Über ein zentrales Bedienelement mit Touch-Display lässt sich das Lüftungssystem intuitiv und einfach über die neue Vitovent App per Smartphone steuern – optional auch per Spracheingabe mittels Amazon Alexa und Google Assistant.

Welche Lüftungsanlage die Richtige ist hängt von den baulichen Gegebenheit ab und auch von den Investitionen, die man bereit ist zu tätigen. Fakt ist aber: Lüftungsanlagen erhöhen den Komfortfaktor in Wohnungen deutlich!

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