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Branchen-Insights | Lesedauer: ca. 3 Min.
28.11.2018

Schieferfassade: schwarze Schale, bunter Kern.

(Rolf Mauer) Die auf königlichen Befehl errichtete Hafenstadt Køge liegt auf der Insel Seeland und gehört mit heute rund 60.000 Einwohnern zu den besterhaltenen Mittelalterstädten in Dänemark. Zahlreiche Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert prägen das Stadtbild. Aber auch für die Moderne hat die Stadt noch Platz.

Wohngebäude „Cirkelhuset“ des Architekten Lars Aaris, Architekturbüro BSAA, mit Schieferfassade im dänischen Køge.

Der Neubau des sogenannten „Cirkelhuset“ in Køge ist eine Referenz für den sozialen Wohnungsbau in Dänemark. Architekt Lars Aaris aus dem Architekturbüro BSAA aus dem nahe gelegenen Kopenhagen sieht das Bauwerk in der Tradition der skandinavischen Moderne und ihren Prinzipien der Einfachheit und Klarheit.

Schwarz und massiv.Glänzende Schieferfassade des Wohngebäudes „Cirkelhuset“ des Architekten Lars Aaris im dänischen Køge.Dunkel oder glänzend: Die lebhafte Schieferfassade lässt das Cirkelhuset als massiven Fels erscheinen.

In dem kreisförmigen Gebäude wohnen insgesamt 132 Mietparteien. Seit Jahrhunderten bewährter, wetterbeständiger Schiefer des deutschen Unternehmens Rathscheck prägt die dunkle und in der Sonne seidig glänzende Außenhülle. Die lebhaft strukturierten Schiefersteine, verlegt in der „horizontalen Deckung“, schaffen eine Fassade mit massiver Anmutung. In der überwiegend flachen Küstenlandschaft erscheint das Bauwerk der Wohnungsbaugesellschaft Lejerbo damit monolithisch wie ein massiver Fels.

Fels in der Brandung.

Innenhof des Wohngebäudes „Cirkelhuset“ des Architekten Lars Aaris mit Schieferfassade.Blick in den großen, farbenfrohen Innenhof, der gut vor Außenlärm geschützt ist.Die Konstruktion als kreisrunder Gebäudekubus bietet auf Seeland, der größten Insel Dänemarks, einen praktischen Schutz vor Wind und Wetter sowie gegen Außenlärm. Im farbigen Innenhof entsteht ein positives Mikroklima, das der Wohnqualität zuträglich ist. Viel Licht in allen Räumen und ein Energieverbrauch von nur 50 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr prägen dieses umweltfreundliche Gebäude.

Der ringförmige Bau mit einem Durchmesser von 65 Meter und einer Gebäudetiefe von 11 Meter steigt in Richtung Norden von drei auf sieben Geschosse an. Alle 132 Wohnungen, insgesamt 24 Wohnungstypen, durchdringen den Ring und besitzen Fenster zu beiden Seiten des Hauses. Jede Wohnung hat mindestens einen Balkon, viele davon sogar zwei.

Die unteren Wohnungen bieten einen Blick ins Grüne, die höher liegenden Nordseitige Front des Wohngebäudes „Cirkelhuset“ mit Schieferfassade.Die Architektur zeichnet sich aus durch nach Norden ansteigendes und stark verdichtetes Bauen.im Norden des Ringes bieten darüber hinaus Aussichten auch über den Ring hinweg in Richtung Süden bis zur Ostsee.

Wetterschutz aus Schiefer.

Die vorgehängte hinterlüftete Schieferfassade ist eine altbewährte Lösung. Während die äußere Schale für eine hohe Belastung zum Beispiel durch Schlagregen konzipiert ist, wurde die Wandkonstruktion dahinter auf einen optimierten Wärme- und Schallschutz ausgelegt. Beim Cirkelhuset sind die massiven Betonwände zweilagig mit insgesamt 25 Millimeter Mineralwolle gedämmt. Die gewaltige, 2.200 Quadratmeter große Schiefer-Vorhangfassade baut als horizontale Deckung auf einer Holz-Unterkonstruktion auf. Diese Deckart auf Basis von 60 mal 30 Zentimeter großen Schiefertafeln gilt als eine der günstigsten Schieferfassaden überhaupt. Detailansicht der Schieferfassade des Wohngebäudes „Cirkelhuset“ im dänischen Køge.„Horizontale Deckung“ lautet der Fachbegriff für die Deckart an der Fassade.Es mag im sozialen Wohnungsbau überraschen, aber beginnend ab ca. 45 Euro pro Quadratmeter inklusive Verarbeitung schlägt der Jahrmillionen alte Naturstein so manchen Wettbewerber mit industriell hergestellten Fassadenmaterialien.

Schiefer ist ein Naturstein, der nicht brennbar, extrem haltbar, UV-beständig, komplett recyclingfähig und baubiologisch unbedenklich ist. Reparaturen gelingen in der Regel einfach, denn die großen Schieferplatten sind jeweils mit zwei glänzenden Edelstahlblechen eingehängt.

Fotos: Rathscheck Schiefer

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