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Branchen-Insights | Lesedauer: ca. 3 Min.
16.09.2019

Digitale Luftverteilung für moderne Immobilien.

(Rolf Mauer) Vom Kühlschrank über den Rasenmäher bis zur Heizung: Inzwischen kann Haustechnik hochgradig vernetzt und zu jeder Tages- und Nachtzeit digital gesteuert werden – mit einem Smartphone oder Desktop-PC und per Fernsteuerung über das Internet. Auch in die Lüftungstechnik hat die Digitalisierung inzwischen Einzug gehalten.

Ein Mitarbeiter der Systemair GmbH mit Bedieneinheit NaviPad, auf dem er Systemair Access – die Regelungslösung für die Geniox- und Topvex-Lüftungsgeräte von Systemair – nutzt.

Visualisierung: Steuerung des SMART-Box-Systems von Airflow per Tablet-PC.Die Steuerung des SMART-Box-Systems von Airflow ist komfortabel über Tablet möglich. Bild: Airflow Lufttechnik GmbH. Digitale Lüftungstechnik kann im energieeffizienten Mehrgeschoss- und Gewerbebau für Nutzer, Bewohner, Investoren und Vermieter Vorteile mit sich bringen. Damit weniger Energie verloren geht, werden unsere Fassaden und Gebäudehüllen zunehmend dichter geplant und gebaut.

Neben den energetischen Vorteilen gibt es vor allem eine Konsequenz, die ebenfalls bereits bei der Planung bedacht werden muss: Je luftdichter die Bauweise ist, desto einfacher können sich Feuchteschäden und Gesundheitsbeeinträchtigungen entwickeln, wenn nicht regelmäßig gelüftet wird. Verschiedene Unternehmen haben auf diese Notwendigkeit reagiert und stellen Lüftungssysteme bereit, die sich automatisch bzw. je nach Gebäudebedarf steuern lassen.

Technikpaket für individuelle Regelung.

Die Airflow Lufttechnik GmbH aus Rheinbach bei Bonn bietet ein Paket bestehend aus zentralem Lüftungsgerät, Übergabemodul SMART Box und digitaler Steuerung an. Hierbei können gleichzeitig 100 SMART Boxen mit einem Volumenstrom von bis zu 2.600 Kubikmeter pro Stunde und Box in einem System verwaltet werden. Der Vorteil der SMART Box: Sie ermöglicht eine einfache und individuelle digitale Regelung der Lüftungsleistung in jeder Wohnung.SMART Box, ein Übergabemodul zur digitalen Gebäudelüftung von Airflow.Die SMART Box von Airflow kann je nach Modell Volumenströme von 18 bis maximal 2.600 m³/h zur Verfügung stellen. Bild: Airflow Lufttechnik GmbH. 

Die einzelnen Übergabemodule kommunizieren dabei sowohl mit dem zentralen Lüftungsgerät als auch untereinander und verkürzen so die Reaktionszeit bei Änderungen der Lüftungsanforderung. Auch die Abrechnung wird transparenter und einfacher, da für jede SMART Box anhand der verbrauchten Volumenstrommenge eine gesonderte Kostenaufstellung möglich ist.

Energieeffiziente Kombination von Lüftungs- und Kältetechnik.

Das Unternehmen Systemair aus dem baden-württembergischen Boxberg zeigte kürzlich auf einer Fachmesse neue Kommunikationsmodule mit abgestimmten Schnittstellen, die eine energieeffiziente Kombination aus Lüftungs- und Kältetechnik ermöglichen. So lassen sich beispielsweise Lüftungsgeräte mit VRF-Systemen (Variable Refrigerant Flow, variabler Kältemittelmassenstrom) vernetzen und zusätzlich Türluftschleier integrieren.




 

Ein Mitarbeiter von Systemair und ein Messebesucher mit Efficient Ventilation Control, eine Regelung zur digitalen Gebäudelüftung von Systemair.EVC von Systemair ist eine steckerfertig zu installierende Regelung für energiesparendes Lüftungsmanagement. Bild: Systemair GmbH.Eine Voraussetzung, um ein energieeffizientes Komfortklima zu schaffen, ist eine bedarfsgerechte Regelungstechnik: Mit zwei Regelungssystemen für die verschiedenen Anforderungen „Residential“ und „Non-Residential“ zeigt Systemair, was in puncto Energieeinsparung und Optimierung der Raumluftqualität derzeit möglich ist. „SAVE control“ heißt die Regelung für Wohnungslüftungsgeräte.

Dem übergeordnet lässt sich insbesondere für „Non-Residential“-Anwendungen eine bedarfsgeführte Zonenregelung mit Efficient Ventilation Control (EVC) realisieren. Nach dem Plug-and-play-Prinzip ist die Regelung nach Unternehmensangaben sehr einfach zu installieren und passt die Volumenströme für bis zu 25 separate Räume oder Zonen mit bis zu vier Lüftungsgeräten variabel und effizient an.

Erst noch Vision: ganzheitliche Systeme aus Deutschland.

Alle Geräte und Steuerungselemente innerhalb eines vollständig vernetzten technischen Verbunds müssen zuverlässig miteinander kommunizieren können. Das ist nur möglich, wenn die komplette Haustechnik als zusammenhängendes System begriffen wird. Noch werden vielerorts Insellösungen entworfen und eingebaut, die nur rudimentär miteinander kommunizieren können. Es würde für den Technikstandort Deutschland sprechen, wenn wir es schaffen, ausgereifte Kommunikationsstandards und ergonomische Bedienungselemente zu entwickeln.

Die politischen Entscheidungsträger sind aufgefordert, günstige Rahmenbedingungen zu schaffen, um unsere technischen Standards auf internationales Niveau zu bringen. Der Mittelstand ist dazu alleine nicht in der Lage und die Industrie in den Geschäftsfeldern der Hausautomation in der Regel nur Zulieferer. Es gilt, den Forschungsstandort Deutschland zu stärken und ein günstiges Investitionsklima für die Digitalisierung zu schaffen.

Titelbild: Systemair GmbH

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